20.09.2011 Wissensstadt Ulm :: Marketing-Club Bodensee e.V.

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Forschungslandschaft auf dem Oberen Eselsberg

Ivo Gönner, der charismatische Oberbürgermeister von Ulm, der bekanntermaßen ein begnadeter Rhetoriker ist, begeisterte seine Zuhörer mit seinem Vortrag "Vision und Ausbau der Wissenschaftsstadt Ulm".

25 Jahre Wissenschaftsstadt Ulm - forschen - lernen - leben - Ulm hat mehr als sein Münster

Bernd Radtke, Präsident des MC Ulm/Neu Ulm begrüßte die Clubmitglieder








Ivo Gönner

Professor Thomas Dobbelstein




Alexander Schraudt, Schwäbische Zeitung, und Geschäftsführer des MCB, Hans Jürgen Rockstroh
Auch Walter Heiligenstetter, Chef des Maritim Hotel Ulm, und somit Hausherr der Veranstaltung, hatte dem Vortrag von Gönner gelauscht
Fabian Kienzle und Josef Kerler
Birgit Kunz und Günther Cramer






Claudia Lasar, Sekretärin des MC Ulm/Neu Ulm mit Birgit Kunz, Sekretärin des MC Bodensee und Günther Cramer

 

Wissen schafft Zukunft

 

Der Marketing-Club Ulm/Neu Ulm hatte zur gemeinsamen Veranstaltung ins Maritim Hotel nach Ulm eingeladen. Ein interessanter Vortrag stand auf dem Programm, über Ulm als Wissenschaftsstadt, amüsant, kurzweilig und informativ gehalten, von Oberbürgermeister Ivo Gönner, einem echten Ulm-Kenner.  

 

Die Universität Ulm wurde vor 45 Jahren gegründet und ist nach wie vor die jüngste Uni Baden-Württembergs.  Die Entwicklung der Universität ist fraglos eine Erfolgsgeschichte; denn die Ulmer haben sich ihre Universität regelrecht erstritten. Ein langer und steiniger Weg führte zu jenem bahnbrechenden 25. Februar 1967, an dem die Gründung der Universität gefeiert wurde. „Die Universität war ein typisch baden-württembergisches Produkt“, sagt Ivo Gönner.

Die Wissenschaftsstadt wurde geboren

Vor 25 Jahren entstand in Ulm, um die Universität herum, die Wissenschaftsstadt Ulm, als bis dahin  einmaliges Konzept der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Ein Forschungs- und Wissenschaftszentrum, dessen Ziel es war, den Wandel von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft zu organisieren. Zusammen mit der Landesregierung, der Universität Ulm und ortsansässigen Unternehmen (Daimler-Benz, AEG) wurde das Konzept der Wissenschaftsstadt entworfen und zügig umgesetzt. Die Verzahnung zwischen Forschung und Wirtschaft stand im Mittelpunkt des Handelns, der Wille, neue Technologien gemeinsam zu entwickeln und wirtschaftlich zu nutzen. Doch dieses Modell wurde von der Fachwelt zuerst kritisch beäugt. Das Magazin „Der Spiegel“ schrieb 1986 beispielsweise in seiner Titelstory von der „Hure Wissenschaft“, erzählt Ivo Gönner. „Die wissenschaftliche Welt hat sich ekelerregt abgewandt.“ Doch für Ulm sei das Projekt „Wissenschaftsstadt“ ein großes Glück, das aber nicht „mit den Händen im Schoß“ erreicht worden sei. Ivo Gönner bescheinigt den Menschen, die das Abenteuer „Wissenschaftsstadt Ulm“ möglich gemacht haben, großen Mut und Vorstellungskraft. „Als die Idee zur Wissenschaftsstadt geboren war und als sie begann, sich zu entwickeln, war das sehr abenteuerlich. Funktionieren konnte sie nur durch die unaufgeregte  Zusammenarbeit von vielen Idealisten. Sie ist weit davon entfernt ein Selbstläufer zu sein und sie ist nach wie vor auf beste Zusammenarbeit aller Partner angewiesen. Sie braucht Akteure, die sie zusammenhalten und ab und zu an einem neuen Rad drehen“, so Ivo Gönner.

Impulse vom Oberen Eselsberg

Die Universität Ulm spielte eine große Rolle bei der Entstehung der Wissenschaftsstadt und gelte als deren Motor. Stück für Stück sei es gelungen, die einzelnen Projekte der Wissenschaftsstadt mit Leben zu füllen. Es wurde eine Projektentwicklungsgesellschaft Ulm gegründet, die gebaut und vermietet hat. „Der Gemeinderat war risikobereit“, lobt Gönner. „Eine Wissenschaftsstadt zu bauen, erfordert Risikobereitschaft. Wir lernen jeden Tag dazu. Es gibt eine Konstante, das ist die Stadt. Und der Rest bewegt sich darum herum.“ Unbestritten seien die Impulse, die von der Entwicklung auf dem Eselsberg ausgegangen sind. Bauwirtschaft, Einzelhandel, Immobilienbranche, Hotellerie und Gastronomie hätten davon ebenso profitiert wie Freizeit- oder Kulturangebote in der Stadt und ihrer Umgebung.

Ein Skalpell aus Diamanten

Es gibt immer wieder Firmen, die aus der Uni entstehen. Studenten, die mit Hilfe von Professoren eigene Unternehmen gegründet haben. Gönner nennt als Beispiel das Projekt „Diamantveredelung eines Skalpells“, unter dem Motto „was schenke ich einem Chirurgen zu Weihnachten“ und vor dem Hintergrund, dass ein Diamant das schärfste und hygienischste Material ist. Eine wirkliche Innovation also. Gönner erklärt auch, dass sich die Wissenschaftsstadt an den großen Innovationswellen orientiere. Die da aktuell seien: die Informationstechnologie, die Biotechnologie, die Technologie neuer Materialien, der Gesundheitssektor sowie die Energietechnologie. „Und diese fünf Kandidaten sind alle am Eselsberg zu Hause“, sagt Gönner stolz. In diesem Zusammenhang stellt Gönner die neueste Innovation der Wissenschaftsstadt vor: Das Car to go. Es entstand aus der IT-Abteilung und ist ein revolutionäres Mobilitätskonzept, in dem sich alle fünf Innovationen auf dem Oberen Eselsberg vereinen. Mehr darüber unter https://www.car2go.com/ulm/de/

Auf gut Schwäbisch geht es weiter

Die Wissenschaftsstadt Ulm stehe heute für Spitzenleistungen in Forschung und Entwicklung. Zugleich ist sie einer der größten Arbeitgeber der Region.  Auf dem 300 Hektar großen Areal befinden sich mehr als 8600 Arbeitsplätze – mit steigender Tendenz.  Ulm ist also nicht nur ein gutes Pflaster für innovative Existenzgründer, auch etablierte Firmen bieten einen hohen Anteil an qualifizierten Berufsfeldern; denn die Lebendigkeit, Dynamik und hohe Kreativität spricht sich herum. Die Wissenschaftsstadt ist klarer Standortvorteil und Basis für die Arbeitsplätze von morgen. Ulm ist Heimat von Denkfabriken vieler Spitzenkonzerne, führende Region bei der privatwirtschaftlichen Forschung und Entwicklung in Baden-Württemberg und gehört zur bundesweiten Spitzengruppe der Wirtschaftsstandorte. Die Kliniklandschaft auf dem Oberen Eselsberg garantiert Vollversorgung auf höchstem medizinischen Niveau. Weit in die Zukunft reichen die Planungen des Science Parks III. Dieses neue Gebiet soll die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts weiter erhöhen und die Erfolgsgeschichte der Wissenschaftsstadt fortschreiben.

Und so innovativ soll es weiter gehen, wünscht sich nicht nur Ivo Gönner. Auf gut Schwäbisch. Entwicklungen präsentieren, die vorhandene Wirtschaft stärken, stabilisieren.

 

Text und Fotos: Susi Donner.

Quelle: Vortrag Oberbürgermeister Ivo Gönner und www.wissenschaftsstadt.ulm.de