
Die wichtigsten Instrumente guten Marketings sind engmaschige Netzwerke, reger Austausch mit Gleichgesinnten und interessierte Weltoffenheit. Und genau dies alles haben die Mitglieder der oben beschriebenen Marketing-Clubs ein weiteres Mal gelebt. Gemeinsam sind sie mit dem hübschen Motorschiff Königin Katharina von Lindau aus zur Festspielbühne nach Bregenz gefahren. Operndirektorin Susanne Schmid begrüßte die gut hundertköpfige Truppe und gab erste Einblicke in das Geschäft Oper. Schmid erzählte, dass eine ihrer Hauptaufgaben sei, Sänger für die Oper zu finden. Dafür bereist sie die ganze Welt – und das Internet. Eine weitere Herausforderung sei es, den Mitarbeiterstamm, der außerhalb der Festspielzeit etwa 60 Leute umfasst, für die Spielzeit auf etwa 1.000 Mitarbeiter aufzustocken. Natürlich sei es nicht jedes Jahr eine komplett neue Mannschaft. Vielmehr sind es größtenteils langjährig bewährte Leute, die aus der ganzen Welt jedes Jahr aufs Neue nach Bregenz strömen. Schmid erzählt von den Sängerinnen und Sängern, für die die Bregenzer Seebühne ebenfalls eine Herausforderung darstelle – unter anderem geht es beispielsweise für Aida und Radames auf der Barke des Sonnengottes Re in luftige Höhen.
Schmid gab einen Ausblick auf 2011/2012. Da wird auf der Bregenzer Seebühne die Oper André Chenier von Umberto Giordano aufgeführt. Eine Geschichte, die zeitlich in der französischen Revolution angesiedelt ist. "Sie eignet sich perfekt für die Seebühne, mit wunderschönen Arien, schönen Duetten und viel mehr bekannten Stücken, als vielleicht vermutet werden könnte", verriet die Operndirektorin.
Doch wieder zurück zur "Aida". Das Bühnenbild, das die Marketingstrategen genau unter die Lupe nehmen durften, begeisterte nicht nur wegen der großen, blaubesternten Füße, die Schuhgröße 2400 tragen müssten, so sie denn Schuhe bräuchten. Vielmehr empfanden sie intensiv, was ihnen ihr "Aida-Tour-Guide" Sebastian Huller witzig und charmant näher brachte: "Die Freiheit ist eine Baustelle." In das Bühnenbild von Paul Brown könne sehr viel hinein interpretiert werden. "Jeder kann, soll, darf seine eigene Interpretation dafür finden. Tatsache ist, dass es wirkt wie eine unfertige Baustelle – oder auch eine Ausgrabungsstätte. Alles ist möglich. Die Sterne könnten genauso ein romantischer Sternenhimmel für das Liebespaar sein wie für die Sterne Amerikas stehen. Das Blau könnte das Innere einer Pyramide sein – die waren innen oft blau." Huller erzählte von den Stuntmännern, die den Darstellern die gefährlichsten Szenen abnehmen. "Da sind welche dabei, die sonst Brad Pitt oder Tom Cruise doubeln", berichtete er stolz. Er erzählte von Entenfamilien, die mit ihrem Gequake ganze Aufführungen zum Wanken brachten. Was heute nicht mehr möglich ist, weil das Bregenz Open Akustik-System ein sehr spezielles und weltweit einzigartiges Richtungshören möglich macht und die Mikrofone weit weg von den Enten sind. Nach all diesen interessanten Informationen genossen die Marketingleute an diesem fast lauen Sommerabend natürlich das Spiel auf dem See: "Aida", die Geschichte der äthiopischen Wüstenprinzessin und ihrem Heerführer Radames, die als eine der schönsten und romantischsten Liebesgeschichten der Oper gilt – und waren restlos begeistert.
Es versteht sich zudem von selbst, dass die Fahrt auf der MS Königin Katharina ein Genuss war: Für den Gaumen, weil es ein leckeres Büffet gab und für die Seele; denn ein traumhafter Sonnenuntergang war im Ticketpreis inbegriffen. Der Bodensee zeigte sich absolut von seiner besten Seite, das Wetter hielt und die Gäste waren denn auch schwer beeindruckt.
Zudem nutzten natürlich die Präsidenten, die Geschäftsführer und die Mitglieder der Marketing-Clubs Bodensee, Allgäu, Ulm/Neu-Ulm und Augsburg die Zeit auf dem Schiff für angeregte Gespräche auf dem Sonnendeck und einige durften sogar zeitweilig das Steuer von Kapitän Herbert Grübel übernehmen.
Fotos und Text: Susi Donner