Durch Social Media werde ein Dialog zwischen Firmen und Kunden in Echtzeit möglich. Was auch notwendig sei; denn das Nutzerverhalten ändere sich, Nachrichten werden schneller verbreitet. Heute in der Zeitung, vorgestern im Internet. Jedes Unternehmen müsse sich deshalb erst einmal klar machen, was es mit Social Media erreichen möchte, wen es erreichen möchte. Also eine Strategie entwickeln und eine Plattform finden, auf der die Zielgruppe ist, die das eigene Angebot interessiert. Los geht es mit der Frage: „Wie will ich kommunizieren? „Hi!“ „Hallo!“ oder „Sehr geehrter…!“ Ein weiterer Tipp von Bieber: „Versuchen Sie nicht interessant zu sein, sondern interessiert.“ Die Frage an die Freunde oder Verfolger müsse immer heißen: „Wie gefällt es euch?“
Ebenso sollte das Unternehmen eine Analyse erstellen: Welche Themen will ich kommunizieren? Welche Prioritäten setze ich dabei? Wie viel Geld ist es mir wert?
Viele Unternehmen arbeiten inzwischen erfolgreich mit Facebook und Twitter, um nur die momentan wichtigsten zu nennen. „Über Facebook starten heutzutage Karrieren“, so Bieber.
Das Schöne an Social Media: Es gibt sehr schnell feedback, weshalb Monitoring für jede Firma extrem wichtig sei. Dialog heiße auch: Nur Zuhören und auf eine Antwort verzichten. Und wenn in einem Unternehmen etwas falsch läuft? Natürlich stehe dann auch schon mal negatives im Netz. Dann weiß es gleich die ganze Welt. Aber macht nix. Rein ins Vergnügen. Nun sei Kommunikation doppelt wichtig. „Das Unternehmen muss zu seinem Fehler stehen um seine Glaubwürdigkeit wieder herzustellen“, rät Bieber, der in seinem Vortrag vor allem viele Tipps zum besseren Umgang mit Social Media gibt. Unter anderem: Die Nutzer nicht zuspamen. Zwei Nachrichten pro Woche reichen.
Das Ziel sei natürlich, über Social Networks ein Branding zu erreichen. Forschungen haben ergeben, dass 51% der User ein Produkt kaufen, wenn sie damit befreundet sind, oder ihm folgen und 60% empfehlen es.
Ob ein Social Media Manager notwendig ist, beantwortet Bieber mit einem klaren: Jein. „ Sie brauchen aber Verantwortlichkeiten.“ So wirken beispielsweise Firmen, die ihre Mitarbeiter die Fragen der User selbst beantworten lassen besonders vertrauenswürdig.
Präsenz: Dort präsent sein, wo die Leute sind.
Reichweite: Eine „Owned Reach" aufbauen. In der eigenen Community von geringen Streuverlusten profitieren.
Effizienz: Mit einer Community im Dialog sein, die Granularität zusammenfasst (geographisch, thematisch etc.)
Multiplikation: Durch virale Effekte aus einem Kontakte viele weitere Sichtkontakte generieren, die eine hohe Aufmerksamkeit genießen.
Reputation: Kernwerte und Unternehmens-Insides werden erlebbar und fassbar.
Relevanz: Wichtige Nischenthemen finden relevante Zuhörer.
Bindung: User durch Interaktion und Dialog langfristig an die Marke binden.
Know-how: Von Kunden lernen, was man besser machen kann.
Sales: 51% kaufen, 60% empfehlen, eine Marke eher, seit sie Fan/Follower geworden sind.
Neue Segmente: Neue Zielgruppen gewinnen und erschliessen, die bis anhin schwer erreichbar waren.
„Internetaufklärung ist dringend notwendig. Firmen die Social Media nutzen, müssen geschult werden. Überhaupt sollte Social Media unbedingt ein Schulfach werden. Man muss lernen, damit umzugehen“ schließt Bieber seinen interessanten Vortrag.
Zum gemütlichen Ausklang ging es in den Biergarten im angrenzenden Restaurant "Refugium - das Wirtschaftswunder."
Fotos und Text: Susi Donner