
Irene Dengler, die Geschäftsführerin von HSM begrüßt die Club-Mitglieder in Frickingen, nachdem einige von ihnen eine spannende Werksführung durch die Produktion in Salem mit Günter Allgäuer, Trainer HSM Akademie, erleben durften. Irene Dengler gibt einen Überblick über die Firma, die zu den globalen Marktführern in Sachen Büro- und Umwelttechnik zähle. Gründer, Eigentümer und Geschäftsführer Hermann Schwelling hat die Hermann Schwelling Maschinenbau GmbH + Co. KG vor genau 40 Jahren gegründet und vom Einmannbetrieb zum florierenden mittelständischen Unternehmen entwickelt. Das Unternehmen steht für "Made in Germany". Mit seinen drei Fertigungsstätten in Salem, Frickingen und Reichenbach, sowie mit seinen weltweit 640 Beschäftigten will HSM im Jahr 2011 einen Umsatz von 90 Millionen Euro erwirtschaften. In Salem werden Ballenpressen (Großpressen) gefertigt, sowie Aktenvernichter und Schriftgutvernichtungsanlagen. In Reichenbach werden ebenfalls Ballenpressen hergestellt und in Frickingen kleinere Modelle von Aktenvernichtern. Die Produkte von HSM gehen in die ganze Welt – die Exportquote beträgt rund 70 Prozent. In Spanien, Niederlande und Italien gibt es Vertriebsbüros, in USA, Großbritannien, Frankreich und Polen sind Tochtergesellschaften entstanden. Die Firma HSM ist eine eigenständige, wachstumsorientierte, profitable Unternehmensgruppe, die weltweit agiert. Sie entwickelt technisch innovative Produkte, abgestimmt auf die Bedürfnisse ihrer Kunden. Außerdem sichert und schafft die Firma hochwertige Arbeitsplätze an ihren Unternehmensstandorten. HSM, als Unternehmen seit jeher auch in der Umwelttechnik aktiv, übernimmt Verantwortung für die Umwelt sowohl in ökologischer als auch in sozialer und humanitärer Hinsicht. Das beginne mit umweltfreundlichen Produktionsmethoden und Produkten, gehe über die Unterstützung von Umweltprojekten und setze sich fort bis hin zu Spenden für Opfer von Naturkatastrophen und anderen Menschen, denen es weniger gut geht als uns, in der industrialisierten Welt.
Weswegen die Produkte von HSM zwingend notwendig sind, ob die Kundendaten noch dem Unternehmen gehören, wie man im Datenschutzdschungel überleben kann, und warum ein Datenschutzbeauftragter für ein Unternehmen äußerst sinnvoll ist, erklärte Jürgen Vischer in seinem Vortrag "Kundenansprache und Datenschutz – ein Widerspruch?" Jürgen Vischer ist Ausbilder und Berater Datenschutz- & Datensicherheit der deutschen Datenschutzberatung @cons GmbH, Immenstaad. Viele Unternehmer, vor allem kleiner und mittelständischer Betriebe, wissen nichts über die Erfordernis der Bestellung eines betrieblichen Datenschutzbeauftragten oder gehen ungeprüft davon aus, dass sie keinen benötigen: "Eigene Datenschutzbeauftragte brauchen nur große Unternehmen." Diese Annahme ist falsch. Unternehmen mit mehr als neun Mitarbeitern, die computergestützt mit personenbezogenen Daten (also insbesondere Mitarbeiter- und Kundendaten) arbeiten, benötigen gemäß § 4f BDSG einen internen oder externen Datenschutzbeauftragten. Der Datenschutzbeauftragte unterstütze die Geschäftsleitung bei der Umsetzung des innerbetrieblichen Datenschutzes und schütze das Unternehmen so vor Datenschutzskandalen und damit häufig einhergehender negativer Presseberichterstattung. Wie zahlreiche Beispiele zeigen, ist dies gerade für die Unternehmen von großer Relevanz, deren Angebot sich an private Endkunden richtet. Gemäß § 43 Abs. 1 Nr. 2 BDSG handelt ordnungswidrig, wer einen Beauftragten für den Datenschutz nicht oder nicht in der vorgeschriebenen Weise oder aber nicht rechtzeitig bestellt. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro geahndet werden, in Einzelfällen sogar noch höher. Das Bußgeld kann sowohl gegen die Geschäftsleitung selbst als auch gegen das Unternehmen verhängt werden.
Wer sich für einen eigenen Mitarbeiter als Datenschutzbeauftragten entscheidet, muss diesem auch die nötige Zeit für seine Tätigkeit zur Verfügung stellen - und zwar langfristig. Hinzu kommt die aufwändige Aus- und laufende Fortbildung. Wer sich für einen externen Datenschutzbeauftragten entscheidet, stellt sicher, dass dieser nicht im Interessenskonflikt mit anderen Aufgaben im Unternehmen steht. Nach Bestellung als Datenschutzbeauftragter sorgt dieser dafür, dass das jeweilige Unternehmen den gesetzlichen Anforderungen zum Datenschutz gerecht wird. Damit lassen sich empfindliche Geld- oder sogar Freiheitsstrafen vermeiden und Überprüfungen durch die Aufsichtsbehörde kann man gelassen entgegensehen. Dazu komme, dass neue EU-Richtlinien in der Vorbereitung sind. Übergangsfristen zur Nutzung von Kundendaten, welche im August 2012 ablaufen, und viele Schlagzeilen in der Presse begleiten das Thema Datenschutz. Als simpelstes Beispiel für einen Verstoß gegen den Datenschutz, sei der Papierkorb genannt, der in beinahe jedem Büro Geheimnisse verrate; und wenn Sie aus Ihrem Risko-Korb einen Hochsicherheits-Korb machen möchten, empfiehlt Jürgen Vischer einen Blick auf die Internetseiten von HSM.
In einem weiteren Kurzvortrag stellte Rudolf Meister, Leiter Datenschutz HSM, "Risiken und Lösungen im Bereich der Datenvernichtung" vor. "Ihre Daten sind sicher und die Erde ist eine Scheibe", beginnt der Datenschutz-Meister. Aber wie solle man Daten vernichten? Einfach nur zerknüllen sei deutlich zu wenig. Er, Meister, könne einen Ordner mit Fällen von Datenskandalen füllen: Vom Krankenhaus über Polizei bis zu Arbeitsämtern – alle hatten sie schon mit Datenmissbrauchsskandalen zu tun. Papier sei nach wie vor der Datenträger Nummer eins. Und der Papierkorb der Datenverräter Nummer eins. Außer, es sei ein Vischer'scher Hochsicherheitspapierkorb. Mit einem Aktenvernichter von HSM gehe man auf Nummer sicher. Denn es gibt fünf Sicherheitsstufen plus einem High Security Level, der für Geheimdienste und Regierungen geeignet sei. Aktenvernichter seien zwar ein Nischenprodukt, gehörten aber auf jeden Wunschzettel. Was ihm die MCB-Mitglieder nach den beiden beindruckenden Vorträgen absolut glauben.
"Wir haben gesehen, welch sensibles Thema hinter dem Datenschutz steckt. Die Gesetzeslage ist oft nicht eindeutig, und schneller als man denkt, steckt man nicht mit der Krawatte im Schredder, sondern mit dem Gesetz im Clinch. Deshalb sind wir sehr dankbar für die interessanten Ausführungen und die vielen praktischen Tipps, mit denen wir uns vor Datenmissbrauch schützen können."